Flucht und Vertreibung Deutscher in der Nachkriegszeit – ein aktuelles Thema

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden deutsche Bürger aus Osteuropa vertrieben, da die eroberten Gebiete an die ursprünglichen Länder zurückgingen. Zum Teil lebten aber in diesen Gebieten schon seit Jahrhunderten deutsche Minderheiten, die nun ebenfalls ihre Heimat verlassen mussten. Die Flüchtlinge sollten zwar auf „ordnungsgemäße und humane Weise“ (laut Beschluss der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945) überführt werden, doch dies wurde fast nie eingehalten. Oft wurden sie gewaltsam vertrieben und mussten den langen schweren Weg ohne Unterstützung und Verpflegung bestreiten. Im folgenden Artikel befassen wir uns mit vier Aspekten dieser Flucht und ziehen schließlich ein Fazit.

Gründe für die Flucht

Der Prozess der Flucht und Vertreibung kann in drei Phasen unterteilt werden: Die Flucht vor der Roten Armee 1944/45, die wilden Vertreibungen durch die polnische und tschechische Armee und Miliz im Juni/Juli 1945 und die vertraglich festgelegte Vertreibung nach dem Potsdamer Abkommen 1945 bis 1950.

Mit dem Einmarsch sowjetischer Gruppen in Ostpreußen im Jahre 1944 im Oktober begann die erste Fluchtwelle. Mit der sowjetischen Großoffensive im Januar 1945, wurde eine viel größere Fluchtwelle ausgelöst. Hierbei flüchteten 4 bis 5 Millionen Deutsche aus Ost- und Westpreußen, Pommern und Schlesien. Die Flucht verlief oftmals unkontrolliert, in wilder Panik und im letzten Moment. Die Flüchtlinge mussten zum größten Teil zu Fuß oder mit Pferdewagen flüchten, da die Zugverbindungen durch die Front unterbrochen waren und nur die Wehrmacht Kraftfahrzeuge und Motorräder besaß. Den Flüchtlingen blieb kaum Zeit das Nötigste mitzunehmen. Viele Fluchtwillige wurden zudem von NS-hörigen Kreis- und Gauleitern mit Durchhalteparolen zu lange am Verlassen ihrer Heimat gehindert. Hunderttausende von ihnen starben hierbei an Hunger, an der Kälte und durch alliierte Angriffe auf Flüchtlingstrecks. Gründe der Flucht waren beispielsweise willkürliche Erschießungen, Misshandlungen und Vergewaltigungen durch Soldaten und Offiziere der Roten Armee.

In den unter polnischer Verwaltung stehenden Gebieten und in der Tschechoslowakei kam es 1944/45 zu „wilden“ Vertreibungen der deutschen Bevölkerung, da sich die polnische und tschechische Armee an den Deutschen rächen wollte. Am 21.06.1945 wurde ein Dekret zur Enteignung aller Personen deutscher Nationalität erlassen, das bewirken sollte, dass mehr deutsche Staatsbürger in ihr Heimatland zurückkehren. Zudem waren die Deutschen durch Ausgehverbote und Sperrstunden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Sie waren ebenfalls dazu verpflichtet eine weiße Armbinde mit dem Buchstaben „N“ zu tragen, um erkannt zu werden. Bereits Mitte Juli wurden 400.000 Deutsche aus den Ostgebieten und 400.000 aus der Tschechoslowakei vertrieben.

Auf der Potsdamer Konferenz, die vom 17.07 bis zum 2.08.1945 andauerte, einigten sich die Alliierten darauf, dass die Deutschen aus den von ihnen besiedelten Gebieten östlich von Oder und Neiße aus dem Sudetenland ausgewiesen werden sollten. Die Ausweisung sollte hierbei „human und ordnungsgemäß“ verlaufen, dabei sollte der Alliierte Kontrollrat für eine gerechte Verteilung der Deutschen in die einzelnen Besatzungszonen sorgen. Die polnische und tschechoslowakische Regierung wurden aufgefordert, weitere Ausweisungen der deutschen Bevölkerung einzustellen, bis die betroffenen Regierungen die Berichte ihrer Vertreter an den Kontrollausschuss geprüft haben.

Sie stoppten diese Vertreibungen zwar zeitweise, jedoch sollte die freiwillige Ausreise mit allen Mitteln gefördert werden. Die „freiwillige“ Ausreise der Deutschen wurde beispielsweise durch eine unzureichende Versorgung, der Verweigerung einer ärztlichen Behandlung und der Duldung von Diebstählen, wenn die Opfer Deutsche waren, bewirkt. Bis Ende 1945 verließen über 500.000 Deutsche die polnisch verwalteten Gebiete „freiwillig“.

Vertriebene steigen in Güterwaggons

Anfang 1946 begann die organisierte Zwangsaussiedlung auf Grundlage der Potsdamer Konferenz. Diese sollte bis Mitte 1947 abgeschlossen sein, dauerte aber faktisch bis zum Jahreswechsel 1949/50 an. Die Ausweisungen verliefen nach der Potsdamer Konferenz zwar geordnet, blieben aber weiterhin inhuman, da die Deutschen oft von einem Moment auf den anderen ausgewiesen wurden. Des Weiteren waren die Fluchtbedingungen sehr inhuman, die Menschen wurden zum Beispiel in großen Gruppen in kleinen Güterwaggons in den Westen gebracht, wo sie teilweise mehrere Wochen bleiben mussten und keine sanitären Einrichtungen oder genug Lebensmittel hatten.

Bis 1950 waren etwa 12.5 Millionen Deutsche aus den ehemaligen Ostgebieten vertrieben worden, wovon knapp 7 Millionen Deutsche aus dem polnischen Staatsgebiet und ca. 3 Millionen aus der Tschechoslowakei kamen. Ungefähr 2 Millionen Deutsche sind hierbei im Laufe der Flucht gestorben.

Verteilung der Flüchtenden und Vertriebenen

Ein Flüchtlingstreck

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden neue Staaten mit neuen Grenzen. Vertriebene, größtenteils aus Polen, mussten in den vier Besatzungszonen verteilt werden. Grundlage für die Verteilung der Flüchtlinge war der Ausweisungsplan des Alliierten Kontrollrats vom 20.11.1945. Ihm zufolge sollten von etwa 6,65 Mio. Flüchtlingen 1,5 Mio. auf die britische, 2,25 Mio. auf die amerikanische, 0,15 Mio. auf die französische und 2,75 Mio. auf die sowjetische Besatzungszone verteilt werden. Als die Ausweisungen anfingen, fuhren fast täglich Züge mit Flüchtlingen über die Grenzen der Zonen. Es spielten sich riesige Massenwanderungen auf den Bahnhöfen und Straßen ab. Schon bald zeigte sich, dass man das Ausmaß der Vertreibung unterschätzt hatte und, dass das für die einzelnen Besatzungszonen festgelegte Aufnahmesoll weit überschritten war. Über 70 Prozent der Flüchtlinge wurden in ländlichen Regionen untergebracht, weil viele Städte von den alliierten Bombardements weitgehend zerstört waren. Allein auf dem Gebiet des heutigen Sankt Augustins mussten im Jahr 1945 über 20.000 Flüchtlinge aufgenommen werden. Der Zustrom von Flüchtlingen ließ die Behörden der Nachkriegszeit in allen Besatzungszonen verzweifeln. Man versuchte offen oder verdeckt weitere Zuzüge zu verhindern. Ein großes Problem war die fast vollständige Verweigerung der französischen Zone. Dadurch hatten die anderen Besatzungszonen eine viel größere Belastung, der es schwer war standzuhalten. Bis ungefähr 1948 nahm die sowjetische Besatzungszone mit ungefähr 4,4 Millionen am meisten Flüchtlinge auf. Damit bestand die Bevölkerung der sowjetischen Besatzungszone zu einem Viertel nur aus Flüchtlingen. Die britische (in der auch das spätere NRW liegt) und amerikanische Zone nahmen beide circa eine Millionen Flüchtlinge weniger auf. Die französische Zone hatte 0,06 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, welche dann nur ein Prozent der Bevölkerung ausmachten. Jeder fünfte, vielleicht jeder vierte, der heute in Deutschland lebt, stammt aus den Gebieten des Ostens oder kommt aus einer Familie von Vertriebenen und Flüchtlingen.

Die Situation und Gefühle der Flüchtlinge

„Todesangst hatten wir die ganze Zeit. Immer. Immer.“ – Zitat von Hildegard S.

Die Flüchtlinge befanden sich in einer schwierigen Situation, besonders während ihrer Flucht. Wie das Zitat von Hildegard S. bereits zeigt, war die Angst das, was die Flüchtlinge am meisten umtrieb. Sie hatten Angst vor den Russen, Angst vor dem Verhungern, Angst vor der Zukunft. Auf ihrem Weg aus dem Ausland nach Deutschland wurden sie gedemütigt von den Russen und anderen Einheimischen. Die Flüchtlinge mussten den langen schweren Weg alleine bestreiten und dazu noch Angriffe von verschiedenen Gruppen aushalten. Oft waren sie die Empfänger der Rache für einerseits die Taten des Weltkrieges und andererseits die Vertreibung der Polen. Die aufgestaute Wut wurde an ihnen ausgelassen, da sie die Häuser der Polen „geklaut“ hätten, doch die Flüchtenden haben oft die Entscheidung nicht selber getroffen, sondern wurden zur Umsiedlung gezwungen. Die Russen griffen die Flüchtlinge an und raubten sie aus, als Rache für die Vernichtung der Juden und die blutigen Kämpfe im Weltkrieg.

Flüchtlingskind mit Puppe

Die Überführung sollte auf „ordentliche und humane Weise“ durchgeführt werden, doch es wurde den Flüchtlingen schnell klar, dass dies unmöglich sei. Abgesehen von den Angriffen und Demütigungen, die viele Flüchtlinge aushalten mussten, war die Reise selber Qual genug. Die Flüchtlinge hatten kaum Zeit zur Ausreise und mussten fast alles zurücklassen, die Reise selber musste größtenteils zu Fuß oder in überfüllten Zügen zurückgelegt werden. Dadurch war der nächste Tag oft unsicher. Die Flüchtlinge kämpften jeden Tag ums Überleben. Es gab keine Verpflegung, deswegen mussten sie für Essen betteln, jagen oder stehlen. Da sie manchmal durch schon geleerte Dörfer zogen, bot es sich an, in den leeren, schon verlassenen Gärten nach Obst oder Gemüse zu suchen, aber oft wurden sie dort ebenfalls von Nachbarn vertrieben, obwohl so die Früchte ungegessen verfaulten.

Als wäre die Reise mit der Familie oder Bekannten nicht schwer genug gewesen, mussten manche den Weg alleine bestreiten. Diese Personen waren häufig einsam und hatten noch mehr Probleme auf dieser Reise zu überleben. Sie wurden von ihrer Familie und Freunden getrennt, da während der Verteilung Chaos herrschte und oft keine Rücksicht auf Familienverhältnisse genommen wurde, besonders wenn alle Familienmitglieder erwachsen waren. Während der Verteilung bekamen sie keinerlei Informationen über den Verbleib ihrer Familie, dies führte nach der langen Reise dazu, dass viele der Flüchtlinge weder wussten, wo ihre Verwandten waren noch ob sie den Weg überlebt hatten.

Trotz all der auslaugenden Eskapaden hatten die Flüchtlinge weiterhin Hoffnung. Die Flüchtlinge wurden von ihrem Ziel, dem neuen Zuhause angetrieben. Sie wollten das neue Zuhause erreichen und sich dort ein neues, besseres Leben aufbauen, weit weg von den schrecklichen Dingen, die sie während dem Krieg und der Flucht erlebt hatten. Während der Reise erfreuten sie sich an den kleinen Dingen, denn dies war alles, was ihnen blieb. In den Erzählungen aus „Frau Kolishe wo kommst du her?“ wurde oft von der Natur geschwärmt: die Sterne oder das Singen der Vögel wurden oft als wunderschön beschrieben. Auch Nachtlager und Essen galten als Segen.

Auch nach der Ankunft im ersten, neuen Zuhause hat sich die Situation der Flüchtlinge wenig verändert. Zuerst wurden sie als faul abgestempelt, da sie nur vomReichtum anderer leben würden. Viele der Einheimischen sahen es nicht ein, ihr hart erarbeitetes Vermögen mit Flüchtlingen, die nichts tun würden, zu teilen und ließen die Flüchtlinge dies spüren. Doch unter anderem wegen diesem Vorurteil wollten die Flüchtlinge umso mehr beim Wiederaufbau helfen. Sie fingen an viel zu arbeiten, auch da dies alles war, was ihnen geblieben war, außerdem versuchten sie ihre Existenz wiederaufzubauen. Durch die harte Arbeit und die fleißige Hilfe beim Wiederaufbau und auf den Feldern, gelang es den Flüchtlingen, das Klischee der Faulheit loszuwerden.

Die Flüchtlinge wollten möglichst schnell eine geregelte Arbeit aufnehmen oder wieder zur Schule gehen. Sie fühlten sich in den provisorischen Lagern eingesperrt. Aber nachdem sie das Lager verlassen hatten wurde es nicht unbedingt besser, denn außerhalb der Lager galten sie als weniger Wert und wurden so auch behandelt. Das Problem in den Augen der Einheimischen war, dass sie aus den „dreckigen“ Lagern kamen und deswegen unsauber und minderwertig seien. Ihr ganzen Leben lang galten sie als Außenseiter. Die Flüchtlinge wurden von Mitschülern oder Kollegen anders, oft schlechter behandelt nur, weil sie nicht dorthin gehören würden. Sie bekamen den „Flüchtlingsstempel“ und es wurde sichergestellt, dass sie nie vergaßen, dass sie Flüchtlinge waren. All dies machte es den Flüchtlingen sehr schwer, sich in die neue Heimat zu integrieren, obwohl sie eigentlich nicht auffallen wollten, nicht anders sein wollten, sondern endlich ein normales Leben weiterleben wollten.

Auch die Flüchtlinge selbst konnten nie vergessen, dass sie Flüchtlinge waren. Besonders denjenigen, die als Kinder vertrieben wurden, fehlte es ihr Leben lang an einer Identität. Sie hatten keine Herkunft mehr, denn ihre Heimat, also das Land aus dem sie stammten, existierte nicht mehr. Peter Kurzeck, der selbst als Fünfjähriger geflohen war, beschreibt es als konstanten Drang „die Spuren dieses Landes (…) zu suchen“. Das einzige worauf sie ihre Identität basieren konnten war also das Flüchtlingsdasein.

Reaktionen und Lösungsansätze im Siegkreis

Am 29.10.1945 gab es eine Bürgermeister-Dienstbesprechung. 45.000 Flüchtlinge sollte der Siegkreis aufnehmen. Klar war, dass nicht alle Bürger damit einverstanden sein würden. Doch Major Hope verlangte als Vertreter der Besatzungsmacht von den Bürgern Zusammenhalt, damit die Flüchtlinge gut und sicher untergebracht werden konnten. Man sollte nicht denken, dies sei unmöglich. Und ihm war es sehr wichtig, dass alles für die Ankunft der Evakuierten vorbereitet wurde. Mit auffordernden Sprüchen, wie: „wenn der Rheinisch-Bergische und der Oberbergische Kreis die Leute unterbringen, dann müsse auch dem Siegkreis die Unterbringung gelingen“, versucht er die Bürger dazu zu überreden so viel wie möglich für die Flüchtlinge zu tun.

Siegburger Markt 1946

Aber er verlangte viel von den Bürgern, nicht nur, dass sie Lebensmittel anbieten sollten, sondern auch die, die Wohnungen verkauften und anboten oder einen Raum zu viel hatten, sollten diesen kostenfrei anbieten. Dies wurde streng kontrolliert, um sicher zu stellen, dass sich niemand davor drückte. Auch Lager- und Betriebshallen sollten Schutz für Evakuierte bringen. Das war ein großes Problem für viele Betriebe. Die Arbeit wurde verlangsamt und es wurde weniger produziert. Ebenfalls war die Gefahr da, dass etwas in der Halle der Firma kaputtgeht. Deshalb gab es viel Unzufriedenheit bei den Bürgern, da nur wenig Eigenbedarf für die Bürger selbst übrigblieb. Es fehlte oft an Betten, Strohsäcken und Küchengeräten für Flüchtlinge und Bürger. Viele Bürger taten sich deshalb in Gruppen zusammen und beschwerten sich. Sie wollten keine Flüchtlinge mehr aufnehmen, da sie Angst um das eigene Wohl hatten. Die Flüchtlinge wurden sich oft selbst überlassen, wenige wollten helfen. Dennoch gab es Menschen die das ungerecht fanden, sie wollten eine Gefängnisstrafe für diejenigen, die sich weigerten den Flüchtlingen zu helfen. Sie versuchten so viel zu helfen, wie sie konnten, zum Beispiel beim Roten Kreuz. Die Flüchtlinge organisierten sich viel selbst, um sich integrieren zu können. Mit der Zeit gelang dies besser, sodass es weniger Flüchtlingsprobleme gab.

Fazit

Allgemein lässt sich sagen, dass sich die Aufnahme von 12 Millionen Flüchtlingen als eine große Herausforderung erwies, da es der einheimischen Bevölkerung in der Nachkriegszeit selbst nicht gut ging und sie deshalb nicht genug Mittel besaß, um anderen hilfsbedürftigen Menschen zu helfen. Viele Menschen waren aus diesem Grund gegen Flüchtlinge und weigerten sich vorerst den Flüchtlingen zu helfen, weshalb die Flüchtlinge auf sich selbst gestellt waren. Hätten die NS-Gauleiter die damalige ostpreußische Bevölkerung nicht zu lange mit Durchhalteparolen am Verlassen der Heimat gehindert und stattdessen für eine frühzeitige Evakuierung der ostpreußischen Bevölkerung gesorgt, hätten womöglich mehr Menschenleben gerettet werden können.

Als die Flüchtlinge damals aus den östlichen Gebieten ausgewiesen wurden und teilweise ihren ganzen Besitz zurücklassen mussten, wurde sehr unmenschlich mit ihnen umgegangen. Ältere oder kranke Menschen wurden z.T. von den Offizieren erschossen und die Menschen mussten sich auf engem Raum aufhalten, zum Beispiel in Viehwaggons, und bekamen nicht genug Nahrung.

Nachdem die Flüchtlinge endlos weite, harte Strecken hinter sich gelassen hatten, um ein neues Leben zu beginnen, war es ein erdrückendes Gefühl für sie, wenn sie sogar in der Schule daran erinnert wurden, dass sie kein Teil der Gemeinde seien.

Im Interesse der damaligen Flüchtlinge lag vor allem, das Klischee der Faulheit loszuwerden. Sie halfen viel beim Wiederaufbau Deutschlands und zeigten somit dem Rest, dass sie die gleichen Ziele hatten und, dass es keinen Grund gab sich Sorgen zu machen. Um das Gerücht zu beseitigen, dass sie auf Kosten anderer lebten, begannen sie sich eigenen Häuser zu kaufen sobald sie das Geld hatten.

Der Siegkreis musste damals 45.000 Flüchtlinge aufnehmen, eine enorm hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass Siegburg heutzutage knapp 40.000 Einwohner zählt. Major Hope versuchte die Bewohner des Siegkreises zu motivieren, bei der Unterbringung der Flüchtlinge zu helfen. Er sagte, dass wenn es dem Rheinisch-Bergischen und dem Oberbergischen-Kreis gelänge die Flüchtlinge unterzubringen, dann schaffe es der Siegkreis ebenfalls. Die Unterbringung der Flüchtlinge wurde hierbei zwar strategisch durchdacht, da die Einwohner dazu aufgefordert wurden, freie Räume zur Verfügung zu stellen und dies auch kontrolliert wurde. Jedoch hätte man versuchen können eine bessere Alternative als Lagerräume von Firmen zu finden, in denen die Flüchtlinge untergebracht wurden, da die Blockierung durch die Flüchtlinge zu einer Verlangsamung der Arbeit führte und demnach ein weiterer Grund entstand, weshalb viele Bürger unzufrieden waren und Ressentiments hegten.

Eine Projektarbeit von Elisabeth, Julia, Rosa und Tabea (Klasse 9)

Diese Arbeit ist auf der Grundlage der im Stadtarchiv Sankt Augustin vorhandenen Primär- und Sekundärquellen entstanden.

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