Der Drache – Ein mitreißendes Theaterstück der Q1

Noch ist der Vorhang verschlossen, doch in wenigen Minuten beginnt das Theaterstück Der Drache. Ein ganzes Jahr lang hat der Literaturkurs von Frau Beeck auf diese Aufführung hingearbeitet, selber Kostüme entworfen und das Bühnenbild gestaltet.

Endlich geht der Vorhang auf, doch die Bühne ist leer. Neben großen grauen Holzwänden und einem auffällig installiertem Überwachungssystem entdeckt man auf den zweiten Blick den Kater Mariechen, gespielt von Yanik B., gemütlich auf einer Box liegend. Dem reisenden Ritter Lanzelot, gespielt von Niklas S., erzählt er von dem großen Unglück, das seinen Besitzern widerfahren wird. Denn der große, böse Drache, der schon die ganze Stadt unter seiner Willkür hält, sucht sich, wie jedes Jahr eine Jungfrau aus, die er der Stadt entreißt. Da alle Versuche den Drachen zur Strecke zu bringen missglückt sind, nehmen die Bürger der Stadt dies klaglos hin. Doch Lanzelot hat sich in die auserwählte Jungfrau verliebt und will nun die Stadt von dem Tyrannen befreien.

„Wir mischen uns in fremde Angelegenheiten ein und helfen, wo wir helfen können.“

Dies klingt doch nach einem typischen Märchen, in dem der Ritter die Jungfrau aus den Fängen des Drachens befreit. Durch die humorvolle Überarbeitung des Originalwerkes und die schauspielerische Leistung der Akteure, ergibt sich ein unterhaltsames Stück, das zum Nachdenken anregt. Die Auftritte des Bürgermeisters, grandios gespielt von Anna-Britt W., sorgen im gesamten Publikum für Gelächter, denn letzterer leidet nicht nur unter allen bekannten psychologischen Krankheiten, sondern auch noch unter drei weiteren Unbekannten. Ziel des Bürgermeisters ist es insgeheim den Platz des Drachens einzunehmen, um alleine über die Stadt zu herrschen. Doch nach Lanzelots Sieg über den Drachen ist dieser schwer verwundet und verschwindet für ein Jahr, sodass der Bürgermeister sein Ziel erreicht. Als Zuschauer wundert man sich, warum die Bürger nichts gegen ihre Unterdrückung tun. Diese Frage bleibt jedoch offen, da es am Ende erneut an Lanzelot liegt, die Stadt von der Tyrannei zu befreien.

Und die Botschaft des Theaterstücks?

Es lohnt sich, sich für die Demokratie einzusetzen, denn es wird nicht immer einen Lanzelot geben, der aus dem Nichts auftaucht und den Tyrann besiegt. Die Bürger selbst sind aufgerufen, zusammen die Unterdrückung zu bekämpfen. Auch wenn das Originalstück aus dem Jahre 1944 stammt, sind Demokratie und Freiheit heute noch in vielen Ländern Fremdwörter.

Das Theaterstück „Der Drache“ war eine gelungene Aufführung der Q1, die mit viel Humor und mitreißender schauspielerischer Leistung einen grandiosen Abend bot.

Lennart und David, EF.

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